China-Austausch

Dritter Schüleraustausch zwischen der Max-Beckmann-Schule Frankfurt und der 6. Schule in Guangzhou (China) im Februar 2018

法兰克福马克思.贝克曼中学与广州市第六中学文化学术交流项目2018

Die Max-Beckmann-Schule und die Middleschool Nr. 6 in Guangzhou haben in diesem Jahr im Februar zum dritten Mal einen Schüleraustausch durchgeführt. 24 deutsche Schüler*innen und fünf Lehrer*innen aus Frankfurt waren im Februar in Guangzhou. Der Gegenbesuch der chinesischen Partner*innen fand direkt nach den Sommerferien im August statt. Guangzhou befindet sich in Südchina und ist mit ca. 15 Millionen Einwohnern die viertgrößte Stadt des Landes. Hongkong ist nur zwei Zugstunden von Guangzhou entfernt.

Der Austausch bietet den Beteiligten beider Schulen einmalige Einblicke in die Kultur, das Schulsystem und die Gesellschaft Chinas bzw. Deutschlands besonders dadurch, dass alle bei ihren jeweiligen Partner*innen privat wohnen und somit in den Alltag integriert werden. Der China-Austausch findet alle zwei Jahre statt, das nächste Mal im Jahre 2020.

Gruppenfoto auf dem Schulhof der 6. Schule (Foto © Rk 2018)

Dass das Leben in Deutschland und China verschieden ist, war sich jeder vor Antritt der Reise bewusst, wie sehr jedoch, wurde erst klar, als man dort war und die Unterschiede gesehen und gespürt hat. Wirklich das Leben in China kennen lernen, konnte ich trotz der Reise an sich erst durch meine Gastpartnerin, die mir ihr Leben gezeigt und erklärt hat. Dadurch habe ich viele Eindrücke der chinesischen Umwelt bekommen, zum Beispiel die Hochhäuser, aber auch die Natur in einem Park, die Traditionen oder was wichtig ist in einem Leben in China. Sie hat mir von ihrem Leben während der Schulzeit erzählt, dass sich eigentlich komplett in der Schule abspielt, da dort auch geschlafen wird, aber auch was sie in ihrer Freizeit und mit ihrer Familie gerne macht. Dabei konnte ich sehen, wie wichtig Familie und Tradition in China sind. Insbesondere dadurch, dass sie in ihrer freien Zeit gerne zusammen mit ihrem Vater chinesisch zeichnet, was eine uralte Technik beinhaltet, mit einem besonderen Pinsel. So habe ich gelernt, dass trotz dem hohen Arbeitspensum in China die freie Zeit mit der Familie dafür umso mehr wert geschätzt wird.

Straßenszene in Guangzhou (Foto © Ln 2018)

Auch die außerordentliche Gastfreundschaft dieser Kultur konnte ich durch meine Gastfamilie spüren. Ihnen war es sehr wichtig, mir zu zeigen, wie sie leben und worauf sie stolz sind. Darunter auch Sehenswürdigkeiten der Stadt. Sie haben mir erklärt, wie man isst und was man isst und mich in ihr ganzes Leben mit einbezogen. Das hat unter anderem dazu geführt, dass ich abends mit der Familie vor dem Fernseher saß und mir eine chinesische Kochsendung angesehen habe. Ich habe natürlich kein Wort verstanden, dennoch hat es mir gefallen. Diese Herzlichkeit war eine sehr schöne Erfahrung und ich habe gemerkt, wieviel Mühe man sich mit mir und für mich gemacht hat, was ich sehr zu schätzen weiß. Ich bin froh, dort alles so intensiv kennengelernt haben zu dürfen, auch wenn mir nicht alles geschmeckt hat oder ich nicht alles verstanden habe.

Gemeinsam Fußball schauen – Guangzhou vs Shanghai (Foto © Ln 2018)
Sun Yat-sen Universität (Foto © Ln 2018)
Park Baiyun-Mountain während des Frühlingsfests (Foto-©Ln-2018)

Dennoch konnte ich so innerhalb kurzer Zeit das Land intensiv kennen lernen und es vor allem besser verstehen. Meine Eindrücke haben schlussendlich ein anderes Bild von diesem Land gemalt, als ich es vorher jemals im Kopf hätte haben können. Nun ist mir insbesondere bewusst, wie wenig man von einem Land weiß, von dem man dann doch viel liest, zum Beispiel in Zeitungen, oder hört. Ich bin sehr dankbar für diesen tiefen Einblick. Jetzt freue ich mich erstmal darauf, meiner Gastpartnerin Deutschland zu zeigen, und ihr mein Leben näher zu bringen.

Paula Briegel, 13e

 

China kennen lernen

Einen besonderen Reiz Chinas macht der Kontrast aus. Auf der einen Seite ist es laut und hektisch, ein Supermarkt in der Nähe spielt lautstark Musik, Hochhäuser, auf deren Fassade Werbung für irgendein neues Produkt ausgestrahlt wird und die abends in bunten Farben hell erleuchtet sind (in China ist jeden Abend Luminale), ragen weit in die Höhe, um sie herum tummeln sich neben MacDonalds, Starbucks, Pizza Huth und Co, Klamotten-, Süßigkeitenläden und vieles vieles mehr. Ja selbst vor dem Zoo, wird Musik gespielt und in bunten Kostümen dazu getanzt um die Kinder der Zoobesucher und Besucherinnen zum Mitmachen zu animieren, begeistert wird mitgeklatscht und getanzt, im völligen Unwissen darüber, dass in dem gespielten deutschen Schlager die Rede von Bratwurst Pommes und Bier ist. Wenn ich zitieren darf (und ich bin wirklich froh darüber, dass der Text, aufgrund der sprachlichen Hürden, nicht Verstanden wurde): „Ich möchte Bratwurst Pommes und n´ Bier und ein Küsschen nur von dir.“ In solchen Momenten kommt man dann doch ins Grübeln darüber, was die Texte ausländischer Lieder wohl zu bedeuten haben, zu denen man mitunter tanzt oder singt, unwissend darüber, was diese zu bedeuten haben. Kurz, in China herrscht eben das volle Entertainingprogramm. Und nur eine Straße weiter sitzen Menschen direkt auf dem Bürgersteig und bitten nicht etwa um Geld, sondern spielen Mah Jongg oder ein Spiel, das dem Schachspiel ähnelt.

Promenade in Guangzhou. Im Hintergrund: der Canton-Tower (Foto © Rk 2018)

Einen Park entfernt tanzen die Menschen gemeinsam zu Musik, die aus einem einfachen Lautsprecher schallt, um sie herum stehen Plastikstühle, auf denen gesessen und den tanzenden Paaren zugeschaut wird, oder man steht gemeinsam in einem Kreis und wirft sich mit den Füßen gegenseitig eine Art Federball zu, mit dem Ziel, dass dieser den Boden nicht berührt. Ein Haus weiter treffen sich die Nachbarn im gemeinsamen Hof, und tanzen oder machen zusammen Tai Chi, was übrigens leichter aussieht als es ist. Während unserer Projektstunden hatten wir zum Teil die Möglichkeit selbst einmal die Meditation in Bewegung auszuführen; Eine Stunde Tai Chi und meine Beine zitterten wie Espenlaub, während unser Taichi Meister seelenruhig und tiefenentspannt die Bewegungen ausführte.

Aufführung des Taichi-Projekts in der Aula der 6. Schule (Foto © Rk 2018)

Das gemeinsame Meditieren und Tanzen und der enge Zusammenhalt ist im Übrigen historisch bedingt, aufgrund von Armut und Not hatten die Nachbarn enge Bande untereinander geknüpft. Dieser Zusammenhalt drückt sich heute in gemeinsamen Aktivitäten aus. Allerdings ist das gemeinsame Tanzen oder auch Tai Chi inzwischen eher zu einer Angelegenheit der älteren Generation geworden und wird von der jüngeren nicht weitergeführt, trotzdem spiegelt er sich in zahlreichen anderen Charakteristika der Kultur wieder, wie beispielsweise in der großen Gastfreundlichkeit, die in China herrscht und die wir ebenfalls in unseren Gastfamilien und der Guangzhou No. 6 Middle School erleben durften. Oder aber auch im Essen. Geht man beispielsweise gemeinsam Essen werden oft viele Gerichte bestellt, diese werden dann auf den Tisch gestellt, der mit einer drehbaren Platte ausgestattet ist. So kann sich jeder einfach das gewünschte Gericht herrnandrehen und nehmen worauf er gerade Lust hat, am Ende wird die Rechnung zu gleichen Teilen untereinander aufgeteilt. Ein Stadtviertel entfernt vom Entertainingprogramm, sind die kleinen Läden, in denen Räucherstäbchen verkauft werden, sind die Märkte und Stände die traditionelles chinesisches Essen verkaufen, sind die Tempel. Es gibt größtenteils buddhistische Tempel. Wir besuchten gemeinsam einen davon. Direkt hinterm Eingang befand sich ein Konstrukt aus Holz, dessen Name ich nicht kenne, in das man Münzen werfen konnte, wenn man es denn schaffte zu treffen. Wer traf, der durfte sich auf eine glückliche Zukunft freuen.

Glück im Treffen, beziehungsweise im Zielen hatte ich schon einmal nicht und werde es in Zukunft sicherlich auch nicht haben. Die Luft war erfüllt von dem rauchigen Geruch der Räucherstäbchen und so wie Christen in die Kirche gehen um zu beten, so stellen oder knien sich die Buddhisten vor den Tempel, verbeugen sich mit Räucherstäbchen in der Hand und wünschen sich etwas. Anders als im Christentum, gehen Buddhisten nicht mit einer gewissen Regelmäßigkeit, wie beispielsweise jeden Sonntag, in den Tempel sondern dann, wenn sie das Bedürfnis danach haben. Wenn sie sich beispielsweise etwas wünschen. Oft wird sich Glück, ein gesundes Leben, oder Nachwuchs gewünscht. Als Opfergabe dienen Obst und Blumen. Die Tempel strahlen, wie andere religiöse Orte auch, eine Ruhe und auch einen Frieden aus, den ich hier schwer beschreiben kann.

Tempel der 6. Banjan-Bäume (Liurong-Tempel) in Guangzhou (Foto © Ln 2018)

Was weiß ich eigentlich über dieses riesige Land am anderen Ende der Welt? Solch eine Frage stellen wir uns für gewöhnlich nicht. Warum auch? Wir leben in unserem Universum voll gelegentlicher Besuche beim chinesischen Imbiss, voll Glückskekssprüche. Wir kennen vage einige bekannte Persönlichkeiten. Einigen fällt der chinesische Revolutionär Mao ein. Doch von meinen persönlichen Erfahrungen in China sprechend, muss ich sagen, dass ich sehr wenig über China wusste, bevor ich es bereiste und das was ich wusste, habe ich auf meiner Reise natürlich ganz anders erlebt. Es ist ein gewaltiger Unterschied etwas zu Sehen oder von etwas zu hören oder aber dabei zu sein und es selbst zu erleben. Ich wusste von den Menschen die gemeinsam Taichi machen oder tanzen. Aber live dabei zu sein, war etwas ganz anderes als in einer Museumsaustellung ein Video davon zu sehen. Ich wusste nicht wie groß und hoch alles in China ist. Ich wusste auch nicht, dass die Menschen auf dem Bürgersteig sitzen und Brettspiele spielen, einfach so. Ich hatte keine Vorstellung von den Tempeln und der Art zu beten und auch nicht von dem Markt mit seinen kleinen Ständen und dem Tofu mit der dunklen Kruste, das zwar ungewöhnlich roch, aber gar nicht schlecht schmeckte, obwohl darüber die Meinungen mitunter stark auseinander gehen. Ich könnte noch so vieles mehr ansprechen, was neu für mich war. China. Das war für mich ein unbeschriebenes Blatt.

Lena Waha, 13a

Abschluss in Hongkong

Der letzte Höhepunkte der Reise war der Ausflug nach Hongkong, eine Stadt, die durch ihre ungeheure Urbanität beeindruckt und durch die vielen Überreste des British Empire eine ganz eigene Mischung aus asiatischer und europäischer Kultur darstellt. Hongkong liegt gerade einmal eine Zugstunde von Guangzhou entfernt und gehört ebenfalls zur Region Kanton.

Hier haben wir u.a. das Historische Museum besucht, haben uns im Viertel Mong Kok umgesehen, Straßenmärkte und den Viktoria Peak besucht. Einige Schüler haben sich auch den Big Buddha auf Lantau sowie die Moschee in Kowloon angesehen. Von Hongkong aus erfolgte dann der Rückflug nach Frankfurt am Main.

Oliver Lein

Skyline von Hongkong vom Victoria Peak aus gesehen (Foto-©-Ln-2018)
Straßenmarkt in Hongkong (Foto © Ln 2018)

Gegenbesuch der No. 6 Middle School aus Guangzhou in Frankfurt im August 2018

Am Morgen des 8. August landeten die 24 chinesischen Schüler*innen sowie ihre Lehrer*innen der 6. Schule gegen Mittag am Frankfurter Flughafen. Dort wurden sie von ihren deutschen Partnern sowie Eltern bereits erwartet und mit Plakaten und Blumen begrüßt. Die Wiedersehensfreude war auf beiden Seiten sehr groß. Dieser Tag diente der Eingewöhnung an die neue Umgebung und dem Kennenlernen der Gastfamilien. Den Abend verbrachten wir mit einer gemeinsamen nächtlichen Schifffahrt auf dem Main.

Gruppenbild Gegenbesuch im August 2018 (Foto © Rk 2018)

Am nächsten Tag wurde bereits um 8 Uhr morgens von allen Teilnehmer*innen und Teilnehmern die Begrüßungsfeier in der Aula der MBS vorbereitet. Diese begann um 9:45 Uhr. Schulleiter Herr Stripp begrüßte die chinesischen Gäste. Für die chinesische Delegation sprach die chin. Koordinatorin Frau Wang Huishan. Während Herr Stripp in seiner Rede die Internationalität der MBS hervorhob, betonte Frau Wang die Verbundenheit zu Frankfurt und den Lerngewinn für die Schüler. Wie immer wurden Gastgeschenke übergeben (eine Tonnachbildung des Römers und der Bockenheimer Warte. Von chinesischer Seite u.a. ein gerahmtes Bild der Austauschgruppe). Besonders gefreut haben wir uns über den Gastbeitrag von Herrn Dr. Borchmann, Ministerialrat d.A, der die Lebendigkeit dieses Austauschprojektes lobend hervorhob und weitere Gastgeschenke überreichte (einen Fußballschal und Wein). Ferner begrüßten die beiden deutschen Koordinatoren Herr Lüderwaldt und Herr Lein die chinesische Gruppe mit einem Beitrag „10 survival tips for your stay in Frankfurt“. Von Seiten der deutschen Schüler sprachen Paula Briegel, Maya Krüger, Jakub Petruk und Daniel Tippelt. Und von chinesischer Seite die Schülerinnen Ge Rui und Liao Wenqian, die ihre Rede auf deutsch hielten! Eingerahmt wurde die Feier von zwei hervorragenden Darbietungen: Patrick Mutt und Daniel Tippelt spielten auf dem Flügel zu vier Händen von Anton Diabelli „Jugendfreuden“ aus Opus 163, Nr. 6.

Die chinesischen Schülerinnen Liu Yingyao und Guo Yaqi spielten ein Duett „Chinese Folk Song“ für Erhu und Piano. Am Ende der Feier gab es ein offenes Buffet für alle Gäste, das die Austauschschülerinnen und – Schüler der MBS vorbereitet hatten.

Nach der Begrüßungsfeier fand eine Führung durch das Schulgebäude für die chinesischen Schüler*innen statt. Anschließend traf sich die gesamte Gruppe (Deutsche und Chinesen) zu einem Besuch der J.W. Goethe-Universität. In 4 Teilgruppen wurden die Schüler*innen von Lehrkräften der MBS durch die Universität geführt und deren Geschichte und Besonderheiten erläutert. Der Abend stand zur freien Verfügung.

Der Freitag, der 10. August begann mit einer Begrüßung im Römer. Hier wurden die Schüler*innen beider Seiten durch die Leiterin der Asien-Abteilung des Referates für Internationale Angelegenheiten, Frau Petra Bouillaut, im Namen der Stadt Frankfurt herzlich begrüßt und zu einem kleinen Umtrunk eingeladen. Danach stand eine Stadtführung in chinesischer Sprache für die chinesischen Gäste und ein Besuch beim chinesischen Generalkonsulat auf der Tagesordnung. Am Abend konnte sich die gesamte Gruppe im Restaurant Dauth Schneider bei Hessischen Spezialitäten über ihre bisherigen Erlebnisse austauschen. Der Besuch bei Dauth Schneider war übrigens das Ergebnis einer langen Überlegung und Abstimmung der deutschen Schüler*innen zu der Frage, welche kulinarischen Kulturpunkte man den Chinesen als typisch frankfurterisch zeigen wollte.

Das Wochenende stand allen zur privaten Verfügung für Aktivitäten innerhalb der Gastfamilien.

Die nächste Woche begann mit Unterrichtshospitationen der chinesischen Gäste. Dabei begleiteten die chinesischen Schüler*innen ihre deutschen Partner*innen in deren regulären Unterricht. Anschließend begann die pädagogische Projektarbeit als Fortsetzung der in Guangzhou bereits begonnen Projekte. Alle Projektgruppen blieben bestehen und wurden inhaltlich fortgesetzt. Nur die Sportgruppe wurde mit der Tanzgruppe fusioniert.

Die Ergebnisse der oben genannten Projekte wurden am folgenden Tag in der Aula der MBS der Schulöffentlichkeit präsentiert: Eine Aufführung eines brasilianischen Samba-Arrangements, eine Filmvorführung eines selbst gedrehten 17 minütigen Films in beiden Sprachen zum Thema Gemeinsamkeiten und kulturelle Unterschiede, eine Verköstigung durch die Kochgruppe sowie eine Power-Point-Präsentation über die Zubereitung und die chinesische Küche. Zum Schluss wurde die Aufführung einer Tanz-Choreographie gezeigt. Das Publikum bestand aus den Teilnehmer*innen des Austausches, einigen Eltern und weiteren interessierten Klassen der MBS. Nach einem Mittagessen in der Schulkantine der MBS fuhr die chinesische Gruppe zum Städel und erhielt dort eine Führung durch das Museum.

Musikprojekt: Im Musikprojekt erarbeiteten wir eine brasilianische Samba-Battucada (Percussion Stück). Das erarbeitete Musikstück wurde live vor der Bockenheimer Warte (nach vorheriger amtlicher Genehmigung durch das Ordnungsamt) sowie bei den Projektpräsentationen in der Aula der MBS aufgeführt.

Sport- und Tanzprojekt: Beim Gegenbesuch wurden die beiden Gruppen „Sport“ und „Tai-Chi“ zusammengelegt. Unter Anleitung zweier MBS-Schülerinnen und einer Sportlehrerin wurde eine Tanz-Choreographie (modern dance) eingeübt und ebenfalls bei den Projektpräsentationen zur erfolgreichen Aufführung gebracht.

Kochprojekt: Während in Guangzhou westliche bzw. europäische Speisen im Mittelpunkt standen, wurden beim Gegenbesuch nun chinesische Speisen zubereitet. Hinzu kam eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der chinesischen Esskultur, deren Ergebnisse von der Gruppe anhand einer Powerpoint-Präsentation erläutert wurden.

Selbst zubereitete chinesische Gerichte, hier Jiaozi (Foto © Ln 2018)

Filmprojekt Kulturelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten: Diese Projektgruppe drehte und erarbeitete einen weiteren Film zu dem Thema. Besonders das Schneiden des Film gestaltete sich als sehr aufwendig und zeitintensiv.

Filmpräsentation in der Aula im Rahmen der Projektpräsentationen (Foto © Ln 2018)

In allen Projektgruppen konnten intensive interkulturelle Erfahrungen und Lernwerte erzielt werden, sowohl auf Schüler- als auch auf Lehrerseite. Über die Begegnung mit dem Anderen lernen Schüler und Lehrer viel über sich selbst. Die Schüler*innen lernten dadurch auch mit Vorurteilen umzugehen und sie als Gegenstand einer interkulturellen Erfahrung für sich selbst in ihrer Persönlichkeitsentwicklung positiv wirksam werden zu lassen. Der Projekttag endete am Abend mit dem Besuch des Fußballspiels Waldhof-Mann gegen FSV Frankfurt. Dies war der Versuch unseren Gästen typisch deutsche „Fußballkultur“ näherzubringen. Leider verlor der FSV 1:5 gegen Waldhof-Mannheim.

Parallel zu diesen Projekten fand ein gemeinschaftliches Fotoprojekt zum Thema „Streetlife“ statt. Hierzu sollten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Austauschprojektes Fotos mit Sraßenszenen einreichen, die sie während ihrer Zeit in Frankfurt gemacht hatten. Im Anschluss an die Projektpräsentationen fand eine Abstimmung und eine Prämierung der besten Bilder.

Wir haben erneut die Erfahrung gemacht, dass ein solcher Austausch einen sehr nachhaltigen Eindruck bei jungen Menschen hinterlässt. Alle Schülerinnen und Schüler waren tief bewegt und viele stehen mit ihren chinesischen Partnern noch immer in Kontakt per E-Mail. Auch bei den Lehrern sind persönliche Freundschaften entstanden. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob und wie durch solche persönlichen Erfahrungen die kritische Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Systemen ein Beitrag zur Objektivierung des Meinungsbildes geleistet werden kann.

Oliver Lein