LRS

Informationen zur Gewährung von Nachteilsausgleich wegen LRS in der gymnasialen Oberstufe und zum Überprüfungs- und Genehmigungsverfahren an der Max-Beckmann-Schule ( Stand: 1.8.2020)

Rechtsgrundlage

Nachteilsausgleich gemäß VGSV vom 19.8.2011, § 7; Abweichung von den Grundsätzen der Leistungsfeststellung und –bewertung gemäß VGSV § 42-44.

Grundsatz

Die Gewährung eines Nachteilsausgleichs – in Form der verlängerten Arbeitszeit oder der Berücksichtigung der Lese-Rechtschreibe-Schwäche bei der Leistungsbewertung (Notenschutz) – in der Gymnasialen Oberstufe stellt grundsätzlich eine Ausnahme dar.
Im Vordergrund einer solchen Maßnahme steht dabei die schulische und außerschulische Förderung.

Die verlängerte Arbeitszeit beträgt an der MBS 30 Minuten und kann an die Klausurzeit an-gehängt werden, aber auch aus organisatorischen Gründen erst später für eine Nach-korrektur gewährt werden (Verbesserungen mit einem Bleistift). Die verlängerte Arbeitszeit darf nur zur Korrektur von Rechtschreibefehlern genutzt werden. Eine weitere Variante ist
der sog. Notenschutz, bei dem die LRS bedingten Fehler (in der Regel n u r Rechtschreibe-fehler) nicht in die Leistungsbewertung mit einfließen. Das Schreiben auf einem Laptop während der Klausur wäre ebenfalls eine Form des Nachteilsausgleichs.

Der Nachteilsausgleich wird in der Regel auf die deutschsprachigen Fächer (ohne Physik, Chemie und Mathematik,) begrenzt, kann auf die Fremdsprache/n erweitert werden oder in schwerwiegenden Fällen für alle Fächer gewährt werden.

Grundsätzliches zum Verfahren

Der Erstantrag wird bis spätestens zum 20. Dezember eines jeden Jahres über die Schulleitung beim Staatlichen Schulamt gestellt, welches über die Genehmigung nach Prüfung der Unterlagen (Schülerakte, Klausuren, Stellungnahmen der Klassenkonferenz und Schulleitung, pädagogisch-psychologische Gutachten von dritter Seite) entscheidet. Nach erfolgtem Antrag berät die Klassenkonferenz über den Antrag, die Form des Nachteils-ausgleichs und notwendige Fördermaßnahmen.

Nach erfolgter Grundsatzentscheidung durch das Staatliche Schulamt muss für jedes Halbjahr neu bei der Schulleitung ein entsprechender Folgeantrag auf Fortführung der Gewährung eines Nachteilsausgleichs wegen LRS gestellt werden. Über die Folgeanträge entscheidet die Schulleitung nach Anhörung der Klassenkonferenz.

Soll Nachteilsausgleich auch im Rahmen der Abiturprüfungen gewährt werden, muss bei der Schulleitung ein gesonderter Antrag gestellt werden. Notenschutz im schriftlichen Abitur ist jedoch nicht möglich. Wenn Notenschutz gewährt wurde, muss dies in den Halbjahres-zeugnissen vermerkt werden. Erfolgte Notenschutz auch während der Qualifikationsphase, muss auch eine entsprechende Bemerkung ins Abiturzeugnis aufgenommen werden, da die Noten der Q-Phase in die Abiturnote einfließen.

Verfahren ERSTANTRAG

Der Erstantrag muss zwar laut Verordnung zu Beginn der Einführungsphase gestellt werden, kann aber erst am Ende des Schulhalbjahres nach gesicherten Kenntnissen über die Leistungen der Schülerin oder des Schülers von der Klassenkonferenz beraten werden.

Der Erstantrag ist bis spätestens 20. Dezember eines jeden Jahres zu stellen.
Hinweis: Zusätzlich zu den Kursarbeiten können auch schulinterne Test-Diktate von der/dem LRS-Beauftragten durchgeführt und zur Entscheidung herangezogen werden, ob ein Erstantrag gestellt werden sollte.

Die Klassenkonferenz gibt ihr Votum im Rahmen der Klassenkonferenzen am Ende des ersten Halbjahres der E-Phase ab.
Hinweis: Die Bearbeitung im Schulamt dauert in der Regel 4 Wochen.

1.Schritt:
Der ERSTANTRAG ist vom Antragsteller (Schüler/in bzw. Erziehungsberechtigte/r) zu begründen.

Folgende Unterlagen sind dem Antrag beizulegen:

Korrigierte schriftliche Leistungsnachweise aus allen drei Fachbereichen mit Differenzierung nach Fehlerarten.

Bescheinigung über die Feststellung der LRS, z.B. durch die/den schulische/n LRS -Beauftragte/n oder eine ärztliche Bescheinigung oder Diagnose durch ein Fachinstitut.

Nachweis über die Durchführung von bisherigen schulischen oder außerschulischen oder häuslichen Fördermaßnahmen. In der Regel setzt eine Gewährung des Nachteilsausgleichs wegen LRS eine entsprechende Diagnose und Teilnahme an LRS.Fördermaßnahmen voraus. Wenn eine solche Diagnose und Förderung in der Mittelstufe nicht erfolgte, bedarf es einer besonderen Begründung, warum der Erstantrag erst zu Beginn wer Oberstufe gestellt wird. Der Antrag und die Unterlagen werden vom Tutor bzw. der Tutorin vor den Weihnachtsferien an die/den LRS-Beauftragte/weitergegeben.

2.Schritt:
Die Klassenkonferenz berät über diesen Antrag zeitnah (s.o.) in Kenntnis der obigen Unterlagen und stimmt darüber ab, gleichzeitig beschließt sie die Fördermaßnahmen. Bei der Beratung ist auch die Diskrepanz zwischen der Rechtschreibschwäche und der inhaltlichen Qualität zu berücksichtigen. In der Regel wird zuerst der Nachteilsausgleich in Form der verlängerten Arbeitszeit gewährt. Die Argumente und das Abstimmungsergebnis sind zu protokollieren. Die Notwendigkeit von Notenschutz ist besonders zu begründen. Das Protokoll wird von dem/der Tutor/in innerhalb von 2 Tagen nach Beratung der Schulleitung zugestellt.

3.Schritt:
Die obigen Unterlagen werden mit der Schülerakte und einer Stellungnahme der Schul-leitung dem Staatlichen Schulamt zur Grundsatzentscheidung vorgelegt. Diese Stellung-nahme kann im Sinne der Gleichbehandlung auch vom Votum der Klassenkonferenz abweichen.

Verfahren FOLGEANTRAG

1.Schritt:
Die halbjährliche zu stellenden Folgeanträge werden mit Begründung und Nachweis der Teilnahme von Fördermaßen (LRS-Förderunterricht an der MBS oder außerschulischer Unterricht) bis zum 20. Dezember bzw. eine Woche vor den Sommerferien (!!!) an die Schulleitung gerichtet.

2.Schritt:
Die Klassenkonferenz entscheidet zeitnah (bis Mitte Januar bzw. 2 Wochen nach den Sommerferien) über die Fortsetzung des Nachteilsausgleichs. Grundlage der Entscheidung ist der weiterhin bestehende Bedarf trotz der erfolgten und nachgewiesenen Förderung.

3.Schritt:
Die Schulleitung entscheidet über die Fortsetzung des Nachteilsausgleichs und teilt dies den betroffenen Schülern sowie der/dem Tutor/in mit.

Verfahren ABITUR

Soll der Nachteilsausgleich auch für die Abiturprüfung gewährt werden, ist am Ende der Q3 ein gesonderter Antrag bei der Schulleitung zu stellen. Dieser Antrag wird vom Abitur-prüfungsausschuss beraten und entscheiden. Notenschutz kann im Abitur nicht gewährt werden.

Beratung und Fördermaßnahmen

Die Tutorin bzw. der Tutor führt mit den betroffenen Schülern/innen ein Beratungsgespräch Die Klassenkonferenz wiederum berät und empfiehlt auf dieser Grundlage individuelle Fördermaßnahmen. Die Ergebnisse des Beratungsgespräches und die beschlossenen Fördermaßnahmen werden schriftlich dokumentiert. Die Dokumentation des Verfahrens ist Bestandteil der Schülerakte.

Die Fördermaßen beziehen sich neben der Gewährung von Korrekturzeiten im Anschluss an Klausuren und/oder Notenschutz auch auf regelmäßige außerschulische Kurse oder auf das Lernangebot an der MBS sowie auf selbstorganisiertes häusliches Lernen.
In der E-Phase muss die Schülerin bzw. der Schüler bei genehmigtem Erstantrag das Angebot des Deutsch-Lernlabors mindestens 1 x im Monat nutzen und/oder mindestens 12 Unterrichtsstunden am LRS-Förderunterricht teilnehmen. In der Q1, Q2 und Q3 finden diese Angebote im Rahmen des LRS-Förderunterrichts mit mind. 1 Ustd./Woche in Kleingruppen statt. Schüler/innen, die außerhalb der Schule LRS-Förderunterricht erhalten, weisen dies über eine entsprechende Bescheinigung nach. Diese Bescheinigung und die Anwesenheitslisten zu den schulischen LRS-Fördermaßnahmen sind dem LRS-Beauftragten am Ende des Halbjahres vorzulegen.